Montag, 22. August 2016

Spiele von Reichen für Reiche

Kaum einer hatte Geld zum Zugucken (vgl. Angry Arab, RP Online, t-online) und die Medaillen haben sowieso die Anderen mit nach Hause genommen.
Das Refugee Olympic Team ist auch leer ausgegangen. Ob es da noch etwas hilft, die Gastgeber anzuprangern?

Freitag, 19. August 2016

Fundstücke CCXXXI

BrasilienInteressante Argumente wirft Makroskop in die Diskussion um die wirtschaftliche Malaise in Brasilien ein.

Bolivien: Die Wirtschaft wächst, der Staat investiert, und das kommt auch bei den Menschen an (amerika 21). Also sind "fließendes Wasser, Elektrizität und Telekommunikation" in dem Andenland heute deutlich verbreiteter als noch vor zehn Jahren". Allerdings wird Boliven gerade von einer schweren Dürre heimgesucht.

Südsudan: Präsident Salva Kiir scheint im Machtkampf gegen Riek Machar derzeit vorne zu liegen. Und natürlich möchte Kiir gerne bei der geplanten Stationierung von 4.000 zusätzlichen UN-Soldaten ein Wörtchen mitreden (beides East African). Machar hat sich jetzt aus dem Südsudan abgesetzt.

Libyen: Angesichts des wachsenden militärischen Drucks in der Sirte wird Daesh in die Wüste im Südwesten des nordafrikanischen Landes ausweichen, prognostizert Al Ahram weekly. Auch diese Militärintervention des Westens verspricht sehr unübersichtlich zu werden.

Ägypten privatisiert öffentliche Unternehmen, darunter Banken, Energieversorger und Ölfirmen. Das soll umgerechnet bis zu einer Milliarde US-Dollar jährlich bringen. Gleichzeitig sollen die Subventionen für elektrische Energie zurückgefahren werden, und die Preise um mindesten 20 Prozent steigen. Das Nilland will so Auflagen des IWF erfüllen... (beide Meldungen Al Ahram)

Israel: MediaWatch befürchtet, dass aus 14 Jahren Mauerbau mehr als 55 Jahre werden könnten ...

Syrien: Eine Reihe asiatischer Staaten sieht die Entwicklungen im Zuge der Schlacht um Aleppo mit Unbehagen, schreibt die Asia Times.

China hat einen Satelliten für Quantenkommunikation(!) gestartet (China Daily). Peking ist offensichtlich fest entschlossen, abhörsichere Kommunikationsmöglichkeiten zu installieren.

Gesundheit: Von vielversprechenden Ansätzen im Kampf gegen Leishmaniose, Schlafkrankheit und die Chagas-Erkrankung berichtet Science Daily (1), (2).
In Florida, USA will  man dem Zika Virus mt gentechnisch veränderten Mücken zu Leibe rücken (transGEN). Ein Freilandversuch ist genehmigt.

Die Weltbank senkt ihre Umwelt- und Sozialstandards (Entwicklungspolitik Online).

Weltwirtschaft: Die ökonomische Aufholjagd der Entwicklungsländer sei vorbei, schreibt das Neue Deutschland.

Tourismus: Makronom bietet einen guten Überblick über diese globale Industrie (mit sehr guten Grafiken).

Terror hat eine ökonomische Grundlage, die Marc Engelhardt in der WoZ sichtbar zu machen sucht.

Deutschland: Die Kriegsschreiber machen einfach immer weiter (NDS). "Qualitätsjournalismus ist Friedensjournalismus", meint zwar die Bundeszentrale für politische Bildung unter dem Titel "Konfliktsensitiver Journalismus". Wohl nie gehört, ist ja wohl Wolkenkuckucksheim.

Sieben Tage hat der NDR die Leute von SOS Mediterranee bei ihren Bemühungen begleitet, Flüchtlinge vor der Küste Libyens zu retten.

Mittwoch, 17. August 2016

Aussichten: wechselhaft

Die FAZ zweifelt die guten Wirtschaftsdaten der indischen Regierung an.

Das Land hat eine neue, einheitliche Form der Mehrwertsteuer eingeführt (Indian Express). Die Asia Times erläutert die Hintergründe und Herausforderungen.

Beim neuen Gesetz "gegen" Kinderarbeit zeigt sich die hindunationalistische Regierung von ihrer unmenschlichen Seite. Da sind sich Indian Express und The Nation einig.

Die Asia Times macht sich Sorgen über die jüngsten Äußerungen von Ministerpräsident Narendra Modi zu Menschenrechtsverstößen in der pakistanischen Provinz Balutschistan.


Der Freitag porträtiert Irom Chanu Sharmila, die seit 16 Jahren im Hungerstreik war. Die Dame ist schon lange "ein Symbol des Widerstandes gegen behördliche Gewalt im nordöstlichen Staat Manipur" und will jetzt in die Politik gehen.

Montag, 15. August 2016

Was vor 100 Jahren noch verstanden wurde ...

(... ) I feel that we shall ultimately have to consider the adoption of some such scheme as that of a progressive tax on all fortunes, beyond a certain amount either given in life or devised or bequeathed upon death to any individual — a tax so framed as to put it out of the power of the owner of one of these enormous fortunes to hand on more than a certain amount to any one individual (...)

(...) Our aim is to recognize what Lincoln pointed out: The fact that there are some respects in which men are obviously not equal; but also to insist that there should be an equality of self-respect and of mutual respect, an equality of rights before the law, and at least an approximate equality in the conditions under which each man obtains the chance to show the stuff that is in him when compared to his fellows.
Geäußert 1906 und 1907 von Theodore Roosevelt, US-Präsident. Hat tip Paul Krugman. Hervorhebungen durch die Redaktion.

Dienstag, 9. August 2016

MediaWatch-Statistiken, die Zweite

MediaWatch quält seine LeserInnen ja nicht gerne mit Selbstdarstellungen. Tatsächlich hat die Redaktion erst einmal - nach 2,5 Jahren - ein Resümee gezogen.

Mittlerweile läuft dieser Blog aber acht Jahre und enthält fast 1.000 Postings (982, um genau zu sein). Die Zahl der Zugriffe hat sich in dieser Zeit von 3.000 bis 5.000 auf durchschnittlich 6.000 bis 10.000 etwa verdoppelt. Über die Jahre haben sich die Zugriffe auf deutlich über 400.000 aufsummiert und das nächste große Ziel ist, 100.000 Zugriffe jährlich zu erreichen.

Der Anteil der regelmäßigen Besucher hat sich spürbar verringert, weil fast 90 LeserInnen unseren Emailservice nutzen und damit sämtliche Postings direkt in ihr Postfach dirigieren. Bei Facebook lesen rund 100 weitere Interessierte mit. Knapp 150 Twitter-Abos gibt's auch noch und andere LeserInnen nutzen Linkedin. Surfer, die nicht nicht über eine Suchmaschine zum MediaWatchBlog finden, kommen oft von Entwicklungspolitik Online.

Freitag, 5. August 2016

Fundstücke CCXXX

Ostafrika: In der Region wird lebhaft über ein Wirtschafts-Partnerschaftsabkommen (EPA) mit der EU gestritten. Tansania und Uganda wollen nicht - Kenia schon (alle Links East African).

Guatemala leidet unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten (Domradio, hat tip weltsichten)

Indien baut einen großen Hafen im Süden des Landes und unterstützt zudem Iran beim Bau eines Seehafens (Reuters/DAWN). Der neue Anleger hat auch militärische Bedeutung; er wird aber offensichtlich mit Blick auf ähnliche - wenngleich deutlich größer angelegte - Investitionsprogramme Chinas gebaut.
Verdienstvoll ist ein Beitrag in Telepolis, in dem die jüngsten Dalit Proteste aufgegriffen und deren Gründe erläutert werden.

Syrien: Die "Opposition" verfüge über Luftabwehrwaffen, berichtet Al Ahram weekly. Berichte von abgeschossenen Flugzeugen der syrischen Luftwaffe (1), (2), (3)  und einem russischen Helikopter (alle G-News) finden sich jedoch auch in anderen Quellen. Mit einiger Verspätung schaffen es solche Nachrichten jetzt auch bis in den deutschen Sprachraum (G-News).

Türkei: Die taz wartet mit bedenkenswerten Hinweisen zu Machtverschiebungen nach dem vereitelten Putschversuch auf. Im Zuge der Erdogan'schen Säuberungen merken auch andere, dass das Land schwächelt - trotz der zahlreichen Demonstrationen von Stärke (1), (2), (3).
Dani Rodrik weist in einem vorbildlich gemachten Blogeintrag darauf hin, dass die Gülenisten durchaus hinter dem Coup stehen könnten. So sieht seriöse Berichterstattung aus - alle Vermutungen werden deutlich gekennzeichnet. Und ja, es dauert öfters Mal zwei Wochen (oder länger), bis man überhaupt derartige Schlüsse ziehen kann und darf.

Wirtschaft. Thomas Fricke rät (unter Berufung auf Dani Rodrik): Vergesst den Freihandel.

Tourismus: Slumtourismus macht wirtschaftlich keinen Sinn - zumindest für die AnwohnerInnen nicht (Makronom). Wenn aber an einem Strand gute Bedingungen zum Surfen entdeckt werden, ist in der - meist ja ländlichen - Umgebung ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von drei Prozent zu erwarten (PDF; hat tip Chris Blattman)

Gesundheit: Der erste Versuch, Malaria- und Krebsmedikamente mittels eines Open-Source-Verfahrens (weiter) zu entwickeln, hat gute Ergebnisse gebracht (Science Daily). Die Vorgehensweise ist wichtig, um Forschung weiterzubringen, die von der Industrie vernachlässigt wird und um Patentgebühren zu vermeiden.

Medien: Westliche Medien mit arabischsprachigen Angeboten arbeiten in der Regel eng mit den Regimen am Golf zusammen, schreibt der Angry Arab und gibt einige Hinweise:
Huffington Post Arabic: Qatari regime. [Katar]
Sky News Arabic: UAE regime [Vereinigte Arabische Emirate] (and an UAE minister sits on the board).
CNN Arabic: Saudi regime.
BBC Arabic: general GCC [Golf Kooperationsrat].
Deutschland: Die Bundesregierung stuft die Massaker an den Herero und Nama jetzt offiziell als Völkermord ein und will sich entschuldigen (G-News). Geld soll es aber nicht geben (FR).
Das Bundesfinanzministerium zerlegt den Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte. Es berichten tagesschau und Frankfurter Rundschau sowie die Baustellen der Globalisierung.
Eine Abschiebung dokumentiert der Norddeutsche Rundfunk:

Mittwoch, 3. August 2016

Noch eine Grafik: Sachspenden

Warum Sachspenden oft überflüssig sind und/oder nicht funktionieren, zeigt das folgende Flussdiagramm von SWEDOW. MediaWatch findet die Abkürzung super, denn sie steht für "Stuff We Don't Want" (Kram, den wir nicht wollen). Allen Spendenwilligen - und auch all jenen, die immer noch glauben, mit ihren Altkleiderspenden Gutes zu tun -, sei ein intensivies Studium dieser Entscheidungshilfe dringend empfohlen. Hat tip Chris Blattman.